Anthroposophische Gesellschaft
Ludwig-Uhland-Zweig Tübingen

Aktuell im Kulturforum


Montag, 26. November, 20.15 Uhr, Wächterstr. 36

Burkart Zinn, Tübingen

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Anthroposophie

"Anthroposophie ist ein Erkenntnisweg, der das Geistige im Menschenwesen zum Geistigen im Weltenall führen möchte." (Rudolf Steiner)

Während die naturwissenschaftlich orientierte Anthropologie hauptsächlich das am Menschen sinnlich Wahrnehmbare und Erfassbare erforscht und beschreibt, will Anthroposophie auch was nicht mit Sinnen wahrnehmbar ist, den innerlich erlebbaren seelisch-geistigen Menschen und darüber hinaus die gesamte seelisch-geistige Welt erforschen und beschreiben. Es ergibt sich damit, dass der Begriff Anthroposophie zweierlei einschließt: Erkenntnismethoden und Erkenntnisinhalte.

Ausgehend von der exakten Verknüpfung von Begriff und Wahrnehmung im Erkenntnisakt („Erkenntnistheorie ….“) kann die erkennende Tätigkeit durch „seelische Beobachtung … nach naturwissenschaftlicher Methode“ selbst zum Gegenstand des Forschens gemacht werden („Philosophie der Freiheit“), die Schulung letztlich aller seelisch-geistigen Fähigkeiten kann schließlich zum exakten Hellsehen (Clairvoyance) führen. („Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten“). Im Laufe seines Wirkens hat Rudolf Steiner diesbezüglich unzählige Hinweise gegeben.

Die Ergebnisse seiner übersinnlichen Forschung hat er in gedanklich nachvollziehbarer Formulierung in Büchern und rund 6000 Vorträgen bekanntgemacht: Über die Wesenheit des Menschen nach Physischem Leib, Lebensprozessen, Seelenwesen und Ich, über die Entwicklung der Individualität nach Inkarnations- und Schicksalsgesetzmäßigkeiten. Geschichtliche Zusammenhänge, zeitgeschichtliche Betrachtungen, politisch-soziale Gestaltungsaufgaben, ferner die Entwicklung von Menschheit, Erde und Kosmos, die Wirksamkeit geistiger Wesen hinter allen sinnlichen Erscheinungen sind Themen, die z.T. ausführlich behandelt werden. Schließlich findet die Anthroposophie ihren Mittelpunkt in der Wesenheit des Christus, der „zum Heil der Erde und zu der Menschheit Freiheit und Fortschritt durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist“.

Anthroposophie durchdringt in der Anwendung ihrer Erkenntnisse praktisch alle Lebensfelder: die Landwirtschaft: biologisch-dynamisch (DEMETER), die Pädagogik (Waldorfschulen und –kindergärten, Sozial- und Notfallpädagogik), die Ausbildung (Universität, „duale“ Lehrpläne), Medizin (Ärzte, Krankenhäuser, Studium), Pharmazie und Kosmetik (Weleda, Wala), die Künste (Schauspiel und Sprache, Malerei/Farbenlehre, Plastik/Formenlehre, Eurythmie als neue, seelisch-geistig gegründete Bewegungskunst, organische Architektur und Siedlungsgestaltung, Musik u.a. mit Intervall-, Akkord- und Rhythmenlehre), Naturwissenschaft (Antriebstechnik, Pflanzen-, Tier- und Menschenkunde, Evolution, Erdorganismus in eigener Weise), Sozialwissenschaft (Organisationsberatung, Unternehmensführung, politisch wirksame, dem Frieden und der Zusammenarbeit dienende Impulse).