Anthroposophische Gesellschaft
Ludwig-Uhland-Zweig Tübingen

Aktuell im Kulturforum


Montag, 26. November, 20.15 Uhr, Wächterstr. 36

Burkart Zinn, Tübingen

Manche meinen: "Nach dem Tod ist alles aus." Andere sagen: "Man kann nicht...

Weiterlesen

Anthroposophische Arbeit in Tübingen

Mitglieder der „Theosophischen Gesellschaft“ aus dem Raum Tübingen lernten sich 1910 beim Besuch von Vorträgen Rudolf Steiners in Stuttgart kennen, gründeten eine Gesprächsgruppe und sehr bald eine offizielle „Loge“ (heute Zweig genannt), bei deren Einweihung am 25. November 1911 Rudolf Steiner anwesend war und die Ansprache hielt unter dem Motto Gustav Werners: „Was nicht zur Tat wird, hat keinen Wert“.

Noch zweimal kam Rudolf Steiner zu Vorträgen nach Tübingen: 1913 sprach er über das Verhältnis von Lebenden und Verstorbenen, 1919, die Aufbruchsstimmung nach dem Krieg für eine Neugestaltung der sozialen Verhältnisse aufgreifend, um der Idee einer „Dreigliederung des sozialen Organismus“ zum Durchbruch zu verhelfen – vergebens.

Bis zum Verbot der (jetzt so genannten) „Anthroposophischen Gesellschaft“ 1935 („zum Schutze von Volk und Staat“) verzeichnete der Ludwig-Uhland-Zweig nebst einer Studentengruppe ein reges Leben, dessen Inhalt auch immer wieder durch meist unqualifizierte Gegner in Frage gestellt wurde.

Nach Verbotszeit und Krieg begannen wieder die anthroposophisch orientierten Aktivitäten mit Arbeitskreisen, Vorträgen, Theater- und Eurythmie-Aufführungen. Die „Tübinger Freie Waldorfschule“ nahm schon im Herbst 1945 ihre Tätigkeit auf. Die Studentengruppe war eine der ersten, die von der französischen Kommandantur genehmigt wurde. Der 1958 gegründete „Verein zur Förderung studentischen Lebens“ veranlasste die Errichtung des Studentenwohnheims „Johann-Gottlieb-Fichte-Haus“, dessen Betrieb mit seinen 62 Zimmern heute von einer studentischen Selbstverwaltung organisiert wird.

Die selbständige Christengemeinschaft, 1922 mit der Unterstützung Rudolf Steiners gegründet, entfaltete wieder ihr kultisches Leben, baute 1962 eine Kirche in der Frischlinstraße, der 2012 ein markanter Erweiterungsbau angefügt wurde.

Der Zweig kam durch ein testamentarisches Vermächtnis in den Besitz der Liegenschaft Nauklerstraße 13 und nach langer Raumsuche 1962 zu einer Heimstatt. Heute entfaltet dort das „Therapeutikum Tübingen e.V.“ seine künstlerischen und therapeutischen Tätigkeiten; denn 1986/87 konnte das Rudolf-Steiner-Haus Wächterstraße 36 als Arbeitszentrum für den Zweig gebaut werden.

2011 wurde das 100-jährige Bestehen des Ludwig-Uhland-Zweiges mit vielen Veranstaltungen gefeiert. Die Jubiläumsschrift ist noch verfügbar. Mit einer Reihe von regelmäßigen wissenschaftlichen und künstlerischen Veranstaltungen im Rahmen des sog. „Kulturforums im Rudolf-Steiner-Haus“ trägt der Zweig zum reichen Tübinger Kulturleben seinen Teil bei.